Die chronische Krankheit Lipödem
Was ist überhaupt ein Lipödem? Das Lipödem ist eine, selbst von vielen Ärzten, oft verkannte Fettverteilungsstörung, die überwiegend im Oberschenkel- und Hüftbereich, an der Innenseite der Kniegelenke und der Unterschenkel auftritt. Besser bekannt ist diese Krankheit als Reiterhosenphänomen. Auffällig ist dabei, dass die Bereiche um die Knöchel und Füße ausgespart sind, sodass das Fettgewebe darüber lappt. Das Lipödem kann jedoch auch die Oberarme betreffen, das ist dann der sogenannte Winkarm.
Die Symptome des Lipödems treten immer symmetrisch auf und sind folgende:
- Schweregefühl in den Beinen
- angeschwollene Beine bei längerem stehen und sitzen
- Orangenhaut und Cellulite
- Verhärtung des Unterhautgewebes mit Berührungsschmerz
- Neigung zu Blutergussbildung (Hämatomen) in den betroffenen Körperteilen
Die Stadien unterteilen sich, wie folgt:
- Stadium 1: feinknotige Hautoberfläche, umgangssprachlich Orangenhaut

- Stadium 2: grobknotige Hautoberfläche mit größeren Dellen, medizinisch
auch "Matratzenphänomen"

- Stadium 3: große, deformierende Hautlappen und -wülste

Es gibt dann auch noch verschiedene Schweregrade:
- Typ I: Fettgewebsvermehrung im Bereich von Gesäß und Hüften
(Reiterhosenphänomen)
- Typ II: Das Lipödem reicht bis zu den Knien, Fettlappenbildungen im
Bereich der Knieinnenseite
- Typ III: Das Lipödem reicht von den Hüften bis zu den Knöcheln
- Typ IV: Arme und Beine sind bis zu den Handgelenken / Knöcheln,
also mit Ausnahme der Füße und Hände betroffen
- Typ V: Lipolymphödem mit vermehrter Wassereinlagerung in Hand-
und Fußrücken sowie Fingern und Zehen
Die Krankheit Lipödem ist genbedingt vererbt, beginnt meist schon während oder kurz nach der Pubertät, manchmal auch erst nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium (Wechseljahre) und betrifft fast ausschließlich Frauen bzw. junge Mädchen. Das Lipödem ist medikamentös weder behandelbar, noch heilbar. Das Lipödem wird offensichtlich auch hormonell beeinflusst, wobei das noch ausgiebiger Forschung bedarf. Inzwischen weiß man aus etlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen und Ärzten, dass die Ernährung oder auch sportliche Betätigung überhaupt keinen Einfluss auf das Lipödem selbst haben. Auf den übrigen Körper allerdings schon. Man sollte sich natürlich gesund und abwechslungsreich ernähren und auch Sport treiben (jedoch nur mit Kompression!), nur lässt sich das Lipödem davon so gar nicht beeindrucken. Wenn es einmal da ist, dann bleibt es auch da. Und leider ist es vielen Patientinnen, die sich schon in einem höhren Stadium befinden, kaum noch möglich, Sport zu treiben, da inzwischen auch schon die Gelenke sehr in Mitleidenschaft gezogen sind und sehr schmerzen. Es gibt Therapiemöglichkeiten, die die Krankheit lindern können, diese müssen jedoch ein Leben lang fortgesetzt werden, geht es nach dem Willen der Krankenkassen und medizinischen Dienste (MDK). Es besteht aber auch noch eine weitere Möglichkeit, auf die wir noch an anderer Stelle näher eingehen. Diese Möglichkeit nennt sich "Liposuktion beim Lipödem". Hierbei handelt es sich um eine medzinisch indizierte Fettabsaugung. Die Krankheit ist verbunden mit zum Teil großen Schmerzen, starken Bewegungseinschränkungen, je nach Stadium und weiter mit extremen psychischen Belastungen, die oftmals durch unser (auch näheres) Umfeld verursacht werden. Da gibt es verächtliche Blicke, böse Bemerkungen und allgemein großes Unverständnis, da angenommen wird, man sei nur durch übermäßiges essen so dick geworden. An eine mögliche Erkrankung wird dabei nicht gedacht.
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