Therapiemöglichkeiten

 

Die Therapien, die es für das Lipödem gibt, beschränken sich derzeit leider nur auf zwei Möglichkeiten.


Die konservative Therapie

Die eine Möglichkeit ist die konservative Therapie, die nach der Diagnosestellung mit manueller Lymphdrainage mind. 2-3 pro Woche beginnen sollte. Ist die erste Entstauung abgeschlossen, sollte eine flachgestrickte Kompressionsversorgung nach Maß angefertigt werden. Es gibt verschiedene Versorgungen wie auch verschiedene Hersteller, lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten. Bei der Erstverordnung steht Ihnen eine Wechselversorgung zu. Diese sollte jedoch erst angefertigt werden, wenn die Erstversorgung wirklich passt. Schneidet sie z.B. in den Kniekehlen ein oder rutscht unentwegt, dann ist sie falsch angemessen und sollte nachgebessert bzw. geändert werden. Im Normalfall haben Sie jedes halbe Jahr Anspruch auf eine neue Versorgung oder aber auch dann, wenn sich Ihre Umfangmaße stark verändern oder wenn Sie schwanger sind (dann häufiger).


Tipp: Bei der Anwendung eines, für Lipödem-Erkrankte flachgestrickten (!), Kompressionsstrumpfes muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Kompressionsdruck von Hand oder Fuß her gesehen zum Herzen hin schwächer wird, da es sonst zu einem noch stärkeren Hinausdrücken des Ödems an das Extremitätenende kommt. Das konsequente Tragen von medizinischen Kompressionstrümpfen nach Maß vermindert die Schwellungen und soll vor allem eine neuerliche Zunahme des Ödems verhindern.


Der Einsatz sogenannter entwässernder Mittel (Diuretika) ist in aller Regel bei Lipödem-Betroffenen kontraindiziert, also defintiv nicht zu empfehlen, weil diese Mittel langfristig das Gewebe verhärten.


Zur konservativen Therapie gehört auch, auf die Ernährung zu achten, wobei es keine geeignete Ernährung für alle gleichermaßen gibt. Jede Betroffene muss leider für sich selbst herausfinden, welche Ernährungsform für sie am Besten ist. An sich ist das Lipödem diät- und sportresistent, aber einige Betroffene leiden auch unter zusätzlicher Adipositas. Diese gilt möglichst abzubauen, denn sie beeinflusst das Lipödem massiv zum Negativen. Als geeignete Sportarten haben sich
alle Arten des Wassersports, wie z.B. schwimmen, Aquagymnastik, -jogging, -cycling u.a., Spazierengehen, Walking oder Nordic Walking herauskristallisiert. Bitte betreiben Sie KEINEN Sport zum Muskelaufbau, denn dadurch kann es passieren, dass die Umfänge Ihrer betroffenen Stellen wachsen, da das krankhaft vermehrte Fett nicht abgebaut wird. Kraftsport bitte nur in Maßen. Sport soll jedoch unbedingt MIT Kompressionsversorgung ausgeführt werden.


Eine Ergänzung zur manuellen Lymphdrainage stellt im Übrigen die
sogenannte "Apparative intermittierende Kompressionstherapie' (AIK; mechanische Pumpen) dar, diese jedoch nur mit vorheriger und nachgehender Öffnung der Lymphbahnen durch manuelle Lymphdrainage. Diese Geräte nennt man z.B. Lymphamat oder Lymphapress (u.a.). Auf dieses Thema gehen wir jetzt erstmal nicht näher ein. Fragen dazu werden Ihnen sicherlich gerne im Sanitätshaus beantwortet.


Die operative Therapie

Die Liposuktion beim Lipödem ist eine Fettabsaugung, die keineswegs in den Bereich der Schönheitsoperation gehört.
Sie ist eine lymphologische Fettabsaugung in rein medizinischem Sinn, da ausschließlich entlang der Lymphbahnen abgesaugt werden darf. Auch darf diese Liposuktion NUR von explizit ausgebildeten Chirurgen durchgeführt werden. Sie dient NICHT zur Gewichtsreduktion, sondern zielt darauf ab, dass die Betroffenen wieder schmerzfrei werden, sich wieder bewegen können und deutlich an Selbstbewusstsein und Lebensqualität gewinnen, was ja beides doch stark leidet. Erwarten Sie nach den Liposuktionen jedoch keine Modelbeine, die wird es nicht geben.
Auf die verschiedenen Behandlungsarten der Liposuktion (Methoden) gehen wir hier konkreter ein.

Übrigens: Die Liposuktion ist bisher keine Leistung, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Das hat diverse rechtliche Hintergründe. Sie können trotzdem einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse stellen, in einigen Fällen (Einzelfallentscheidungen) wurden die Kosten dennoch übernommen. Falls Sie über eine Liposuktion nachdenken und einen Antrag stellen wollen, sprechen Sie uns bitte an, wir beraten Sie gerne. Es gibt einiges, worauf man achten sollte.

 

 

 


 

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